Die Förderung der interkulturellen kommunikativen Kompetenz prägt den Fremdsprachenunterricht in deutschen Klassenräumen. Ein Ziel, welches nicht einfach zu erreichen ist, kommt der muttersprachliche Input doch häufig noch von eindimensionalen auditiven oder audio-visuellen Medien. Die Schüler hören zu, haben aber keine unmittelbare Möglichkeit mit dem Sprecher in Konversation zu treten.

Abhilfe kann die Sprachlern-App „Tandem“ schaffen, welche sich, wieder Name schon verrät, das Tandemverfahren als methodische Grundlage zunutze macht. Bereits 1986 beschrieb Jürgen Wolff, derzeitiger Leiter der „TANDEM Fundazioa“ in San Sebastián, hinsichtlich der Methodik von Tandem:

„Wie der Name schon sagt, müssen zwei sich anstrengen, damit beide vorwärtskommen. Zwei Partner mit verschiedenen Sprachen unterrichten sich gegenseitig; auf diese Weise werden die zu lernenden Sprachen gleichzeitig zum Werkzeug des Lernens, und ihre Verwendung dient einem echten Zweck, nämlich der Verständigung mit einem Sprecher der Zielsprache.“

Wolff, Jürgen (1986),„Möglichkeiten und Grenzen des Partner-Lernens am Beispiel der TANDEM-Kurse“,in: Hochschulbildung, Jg., H. 1, S. 56.

Aufgrund der Tatsache, dass sich Benutzer der App zuerst entweder per sozialem Netzwerk oder Mobilfunknummer registrieren und ein Profi erstellen müssen um der Tandem-Community beizutreten, empfehlen wir den Gebrauch ausschließlich für die Sekundarstufe II. Hier kann die App aber viel leisten. Seinen Sprachpartner zu charakterisieren und der Klasse später vorzustellen, ein Referat gemeinsam vorzubereiten oder eine freie Konversation zusammenzufassen, sind nur einige Beispiele der vielfältigen Optionen, wie die App in den Unterricht eingebaut werden kann. Wir empfehlen die Benutzung von „Tandem“ als handlungsorientierte Hausaufgabe. Ein Arbeitsauftrag zur Nachbereitung des Gesprächs ist in unseren Augen sinnvoll und könnte in der nächsten Unterrichtsstunde aufgegriffen werden.

Die Schüler müssen sich entweder per Chat oder Video-Chat selbstständig mit der Sprache auseinandersetzen, genießen muttersprachlichen Input und erschaffen eine natürliche Sprachsituation. Dies sind unserer Meinung nach genügend Gründe „Tandem“ im Unterricht zu testen.
 

 
 

 

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