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Auf dem Weg zum digitalen Lernen und Lehren

Folgende Pressemitteilung wurde von kmk.org veröffentlicht. Jetzt muss man den Worten Taten folgen lassen. Einen erster Entwurf zur Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ kann hier eingesehen werden.

Bund und Länder wollen ihre Aktivitäten beim Thema digitaler Wandel in der Bildung verstärken. Die digitale Transformation des Bildungssystems gehört für das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ebenso wie für die Kultusministerkonferenz (KMK) zu den Schwerpunktthemen für das laufende Jahr. Gemeinsame Konferenz am 10. Juni 2016 in Berlin.

Auf der Konferenz „Digitaler Wandel in der Bildung: Perspektiven für Deutschland“ gingen BMBF und KMK mit weiteren Akteuren aus Bildung, Gesellschaft und Politik am 10.06.2016 in Berlin der Frage nach, wie sich die Zukunft des Lernens und Lehrens in einer digitalen Welt entwickeln sollte.

„Gute Initiativen für digitale Bildung gibt es bereits viele, doch das Gesamtbild ist bislang noch von Insellösungen gekennzeichnet. Daher arbeitet das BMBF an seiner strategischen ‚Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft‘. Wir wollen das Potenzial des Lernens mit digitalen Medien übergreifend für alle Bildungsbereiche erschließen“, sagte Bundesbildungsministerin Johanna Wanka. „Mir ist es wichtig, dass wir bei der Digitalisierung die Chancen in den Vordergrund stellen, ohne die Risiken auszublenden. Mit digitaler Bildung können wir aktuelle bildungspolitische Herausforderungen wie die Integration von Flüchtlingen und die Inklusion besser bewältigen.“

„Lernen in der digitalen Welt bedeutet weit mehr als der bloße Umgang mit Smartphones, Tablets und Computern. Ein reflektierter und konstruktiver Umgang mit digitalen Medien ist für Kinder und Jugendliche heutzutage genauso bedeutsam wie Rechnen, Lesen und Schreiben. Medienbildung und Lernen mit digitalen Medien sind in den Schulen häufig bereits Alltag. Es bedarf aber weiterer Impulse. Die Kultusministerkonferenz wird daher bis Jahresende eine umfassende Strategie zur ,Bildung in der digitalen Welt‘ verabschieden. Die Nutzung digitaler Medien kann zu einer Verbesserung der Unterrichtsqualität beitragen. Entscheidend ist dabei nicht, wie häufig oder wie lange die digitalen Technologie genutzt werden, sondern dass sie mit der bestehenden Didaktik klug verknüpft werden“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bremer Senatorin für Kinder und Bildung, Claudia Bogedan.

Bildung in der digitalen Welt, das ist die Kompetenz zur Nutzung digitaler Medien, und zwar sowohl im Hinblick auf die Teilhabe an der digital geprägten Gesellschaft als auch mit Blick auf die Qualifikationsanforderungen der Arbeitswelt. Ebenso gehört dazu der Einsatz digitaler Medien auf Basis passgenauer didaktischer Konzepte und qualitätsgesicherter Inhalte in allen Bereichen des Bildungssystems – von der frühkindlichen Bildung bis zur Weiterbildung. Nicht zuletzt umfasst die digitale Transformation des Bildungssystems auch die Rahmenbedingungen, beispielsweise Fragen des Datenschutzes und der Datensicherheit oder der angemessenen technischen Ausstattung der Lernorte.

BMBF und KMK sehen große Chancen in der Digitalisierung und der gleichzeitigen Verbesserung des Bildungsangebotes in Deutschland. Künftige Unterstützungsmaßnahmen werden daher auf den vermehrten Einsatz digitaler Medien, orts- und zeitunabhängiges Lehren und Lernen, individuelle Lernvoraussetzungen und somit Bildungsgerechtigkeit zielen. Die Digitalisierung kann auch dazu beitragen, den Bildungsstandort Deutschland international zu einem attraktiveren Ort zu machen. Hierfür können neuartige Bildungsangebote die Sichtbarkeit deutscher Bildungseinrichtungen für Auszubildende, Studierende und Fachkräfte aus anderen Ländern erhöhen. Es gilt darüber hinaus, die jungen Menschen zu befähigen und zu unterstützen mit im Netz drohenden Gefahren, wie Cybermobbing oder Cybergrooming oder auch Suchtpotenzialen umzugehen. Dafür braucht es eine altersgerechte Herangehensweise in allen Bildungsinstitutionen von der Kita bis zur Weiterbildung.

Insbesondere auf dem Gebiet der beruflichen Aus- und Weiterbildung stärkt das BMBF bereits die Digitalisierung durch verschiedene Förderprojekte und –programme mit dem Ziel einer „Berufsbildung 4.0“. So hat das BMBF beispielsweise ein Sonderprogramm aufgelegt, um überbetriebliche Berufsbildungsstätten (ÜBS), die die Ausbildung im Betrieb durch praxisnahe Lehrgänge ergänzen, an die neuesten technologischen Erfordernisse anzupassen. Weitere Maßnahmen betreffen etwa die Schulung digitaler Kompetenzen bei Lehrkräften und Ausbildungspersonal oder Projekte für den Einsatz computergestützter Lerneinheiten in der Weiterbildung von Fachkräften. Im Bereich der Hochschulbildung fördert das BMBF das Hochschulforum Digitalisierung ebenso wie Maßnahmen für digitales Lernen und Lehren über den Qualitätspakt Lehre.

Der digitale Wandel betrifft und verändert alle Bildungsbereiche. Bereits 2012 hat die KMK eine überarbeitete Empfehlung zur „Medienbildung in der Schule“ beschlossen. In den Lehrplänen aller Länder ist die Medienbildung (Medienkompetenz, Medienpädagogik) verankert. Die Länder bieten bereits vielfältige Maßnahmen, Programme und Projekte zur Förderung der Medienkompetenz und zur Nutzung digitaler Medien in den Fächern an, mit dem Ziel, das Lehren und Lernen mit digitalen Medien nachhaltig zu fördern. Um die Kompetenz der Lehrkräfte in dieser Hinsicht zu steigern, führen die Länder zahlreiche Lehrerfortbildungen durch. Außerdem arbeiten die Länder eng mit den Datenschutz- und Jugendmedienschutzbeauftragten zusammen, entwickeln Handreichungen, Mediencurricula und Medienpässe oder juristische Wegweiser, um die Schülerinnen und Schülern umfassend kompetent für die digitale Welt zu machen.

Quelle: https://www.kmk.org/presse/pressearchiv/mitteilung/auf-dem-weg-zum-digitalen-lernen-und-lehren.html

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